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Erfinderwesen in der Planwirtschaft - Abkocher lauern überall

 

Derartige Probleme hatte die sozialistische Planwirtschaft nicht, dafür aber andere gravierende. Die langfristige, verordnete Planung führte unter anderem zu künstlich erzeugten Engpässen in allen Sektoren. Der Tunnelblick der DDR-Planer machte Arbeitskräfte, Produkte aller Art, Materialien und Rohstoffe, aber auch Dienstleistungen zu einem knappen Gut. Eine mehr oder weniger grandiose Idee sollte da etwas Abhilfe schaffen. Man schuf eine Art betriebliches Erfinderwesen, denn alles in der DDR lief schließlich über die volkseigen gemachten Betriebe. Diese als Wirtschaftsspritze gedachte staatliche Initiative nannte man Neuererbewegung. Leider wurde auch diese gut gedachte Initiative durch staatliche Planvorgaben geregelt und dadurch Kreativität ausgebremst. Trotzdem konnte das Neuererwesen durchaus eine kleine Erfolgsgeschichte feiern. Wurde doch nach einem gesetzlich geregelten Verfahren der Nutzen der „Neuerung“ berechnet und dem „Neuerer“ anteilmäßig vergütet. Bei den nicht sehr üppigen Löhnen und Gehältern in der DDR- Wirtschaft war das für viele kreative Köpfe ein schönes, regelmäßiges Zubrot. So auch für mich!

Als ich während meiner Werkzeugmacherlehre in meiner späteren Abteilung die Praxisausbildung absolvierte, kam ich bereits das erste Mal mit dem Neuererwesen in Kontakt. Die entsprechenden Planvorgaben waren hoch gesteckt und kreative Köpfe rar. Als technisch Interessierter erkannte ich aber schnell, dass ich auf diese Art und Weise mein schmales Salär nicht unerheblich aufbessern konnte und mein Tun außerdem Spaß machte und Anerkennung brachte. Wir hatten aber keine Ahnung, dass es Schutzrechte in Form von Patenten gab. War wohl in einer Mangelwirtschaft auch nicht wirklich von Bedeutung! Alle Erfindungen gehörten dem Betrieb und für Anmeldungen im Ausland wären Devisen erforderlich gewesen, die nicht vorhanden waren. Aber wie gesagt, gut fand ich diese Neuererbewegung damals trotzdem.

Schon bald aber bekam ich meinen ersten Denkzettel! Ich glaubte 1976, nachdem ich meine Lehre abgeschlossen hatte und als Werkzeugmacher in der Reparaturabteilung einer Automatenstanzerei arbeitete, eine tolle Idee gehabt zu haben und setzte allen meinen Ehrgeiz daran, meine „Erfindung“ zur Anwendungsreife zu entwickeln.

Die Problemstellung war folgende:  ...

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