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Mein Einstieg ins „Erfindergeschäft“

 

Ich war in der Marktwirtschaft angekommen, verstanden hatte ich sie aber wohl noch nicht. Nachdem ich mir umfangreiche Kenntnisse des gewerblichen Rechtsschutzes angeeignet hatte, kreierte ich erste Ideen, fuhr in die Patentbibliothek der Uni Magdeburg und übte mich in der Recherche. Die war schwierig und langwierig, denn auf Internet und Computerdatenbanken konnte man damals noch nicht zurückgreifen. Aber ich merkte schnell, dass Welten zwischen der Neuererbewegung der DDR und dem gewerblichen Rechtsschutz der Marktwirtschaft lagen und dass eine Neuerung und ein Patent fast nichts gemein hatten. Ich merkte aber auch schnell, dass diese Schutzrechte nicht nur dazu dienten Erfindern Rechtsschutz zu gewährleisten, sondern häufig auch dazu, Erfindungen zu verhindern oder zu erschweren. Ich erkannte, dass insbesondere Patente genutzt wurden, um Märkte zu schützen und unliebsame Konkurrenten abzuwehren oder aber im Zaum zu halten. Ich erkannte es so um 1992, aber wirklich sinnhaltig war es mir damals noch nicht.

Ich hatte damals interessante und auch gut bezahlte Jobs und auch durchaus nette Chefs. Aber mir fehlte die Freiheit, selbstständige Entscheidungen treffen zu können. Auch meine Kreativität sowie mein inzwischen doch umfangreiches technisches Wissen waren im Angestelltenverhältnis nur in engen Korridoren gefragt. So freundete ich mich mit dem Gedanken an, mich vollständig selbstständig zu machen. Seit 1990 betrieb ich schon ein technisches Handelsgeschäft im Nebengewerbe, so dass ich mir für meine Selbstständigkeit schon einiges kaufmännisches Wissen angeeignet hatte.
Dann kam mir bei der Ausübung meines Petri-Jünger-Hobbys am Gewässer eine einschneidende Idee. Besser gesagt, ich war wieder mal mit dem Problem konfrontiert, an der Stelle an der ich angeln wollte, die Gewässertiefe zu bestimmen. Für Nichtangler, die mitunter herablassend vom „Wurmbaden“ sprechen, sicherlich kein wirkliches Problem. Für den engagierten Angler dagegen ist die Kenntnis der Gewässertiefe an der Angelstelle von grundlegender Bedeutung. Angler wissen, was ich meine, alle Nichtangler – nehmen Sie es bitte einfach so hin.

Gewässertiefenmesser Fish Finder Ich hatte mich zuvor gerade mit Sensortechnik und insbesondere Drucksensorik beschäftigt. Warum also nicht ein Messgerät entwickeln, welches dieses Problem löst und Millionen von Anglern auf der ganzen Welt ihr Hobby ein Stück einfacher und angenehmer macht, waren meine Gedanken. Ich entwickelte ein Konzept, fuhr in die Patentbibliothek und recherchierte. Und siehe da, meine Idee war wirklich neu! In diesem Moment hatte mich der Erfinderbazillus infiziert. Ich begann eine technische Lösung zu erarbeiten und auch, mich über den Markt für meine Erfindung kundig zu machen. Bei den folgenden Aktivitäten zum Erlangen eines gewerblichen Rechtsschutzes erkannte ich allerdings, dass für die Umsetzung ein Kapitalbedarf erforderlich war, den ich nicht decken konnte. Ich suchte nach Realisierungsmöglichkeiten und recherchierte, dass es in Magdeburg ein Erfinderzentrum gab, das Erfinder beratend unterstützte. Also auf nach Magdeburg! Die dortigen Mitarbeiter waren nicht nur sehr kompetent und hilfsbereit, sie waren auch äußerst freundlich. So erfuhr ich, dass es sowohl im Bundesland wie auch im Bund Förderprogramme für Erfinder gab und ich wurde bei der Erstellung der Unterlagen unterstützt. Einen solchen Förderantrag, den Richtlinien entsprechend auszufüllen, ist für Leute, die nicht aus staatlichen Verwaltungen kommen, nicht ganz einfach. Ich gehe davon aus, dass diese Praxis, die mich noch viele Jahre begleiten sollte, so gewollt ist, um den einen oder anderen von der Antragstellung öffentlicher Mittel abzuhalten. Oder aber es ist einfach nur die „Denke“ von Bürokraten und Technokraten, die der Normalo einfach nicht nachvollziehen kann. Aber ich hatte meinen Antrag vorschriftsmäßig eingereicht, meine Erfindung war überzeugend und so bekam ich den Bewilligungsbescheid. Nun konnte ich mir einen Patentanwalt suchen und mit ihm zusammen die gewünschte Patentanmeldung für meinen „Gewässertiefenmesser“ abfassen und einreichen. Eine Erfindung, also einen technischen Sachverhalt technisch oder auch allgemein verständlich zu beschreiben, fällt einem Ingenieur allgemein nicht allzu schwer. Aber eine Patentschrift hat damit wenig gemein und ist somit von einem Neuling kaum zu formulieren. Wer zum ersten Mal eine solche Patentschrift liest, wird sich fühlen wie „die Kuh vorm neuen Tor“ und wird sich an unverständliche Gesetzestexte oder amtliche Schreiben erinnert fühlen. Da sind wir auch schon beim Kern der Sache: eine Patentschrift ist ein Diskurs aus Termini technici und juristischen Argumentationen und nichts fällt einem Techniker schwerer als juristische Verklausulierungen. Da der Erfinder aber im Allgemeinen sehr lernfähig ist, erlangt er recht schnell auch dieses notwendige Knowhow.

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